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28. März 2020

Stellungnahme zur beabsichtigen Belegung des Sophienhauses

Die CDU-Fraktion in Bad Salzuflen sieht eine spezielle Unterbringungseinrichtung im Sophienhaus als kritisch an. Sie möchte den Fokus auf die notwendigen Kapazitäten zur Heilung von Menschen lenken und sieht darin eine wichtigere und notwendigere Aufgabe in der jetzigen Situation. Die Erklärung im Wortlaut:

Als Gesundheitsstandort und Heil-Kurort sehen wir uns selbstverständlich in der Verpflichtung, kranken Menschen zu helfen – unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe. Angesichts der aktuellen Entwicklung ist ein nachhaltiges, überlegtes und vor allem gemeinschaftliches Vorgehen von lebenswichtiger Bedeutung.

Wir halten es daher für falsch, in einem Bereich der Stadt, in dem ohnehin schon ein großer Teil von besonders gefährdeten Menschen lebt, noch eine zusätzliche Groß-Einrichtung mit bis zu 200 Menschen zu schaffen. Eine solche Einrichtung müsste zudem noch besonders geschützt werden. Das bindet Personal, Helfer und Hilfe, die an anderer Stelle dringender gebraucht wird. Auch aus Sicht der Vorerkrankten wäre es viel sinnvoller, kleine Einrichtungen mit bis zu 25 Personen zu schaffen und diese in OWL zu verteilen. Freie Kapazitäten gibt es in der Region genug. In Horn-Bad Meinberg sieht man aktuell, welche verheerenden Folgen Coronaviruseinträge in großen Gemeinschaftseinrichtungen haben können. Bad Salzuflen steht zu seiner Verantwortung Menschen zu helfen und ist solidarisch. Für die Unterbringung von vorerkrankten Flüchtlingen kämen in Bad Salzuflen z.B. der Schwaghof oder andere Räumlichkeiten in Frage.

Aus Sicht der CDU-Fraktion sollten wir uns darauf konzentrieren, Plätze für die Behandlung von erkrankten Menschen zu schaffen, so wie wir seit Jahrhunderten in unserer Stadt für Gesundheit und Linderung sorgen. Unsere Aufgabe als Heilbad und Gesundheitsstandort sollte es sein, Menschen beim Gesundwerden zu unterstützen. Mit den Reha-Kliniken und unseren Gesundheitseinrichtungen sind wir dafür gut aufgestellt und wollen unsere gesamtgesellschaftliche Verantwortung selbstverständlich auch wahrnehmen. Die Einrichtung eines weiteren Hotspots im Sophienhaus ist dafür kontraproduktiv und schadet mehr als dass es nützt.

Deutlich kritisieren wir in diesem Zusammenhang auch die Informationspolitik des Bürgermeisters, der die Fraktionen, Ratsmitglieder sowie die Bürgerinnen und Bürger seit Anfang der Woche offensichtlich bewusst im Unklaren gelassen hat. Die umfassenden Stellenausschreibungen beim möglichen Betreiber der Einrichtung haben bereits öffentlich vorweggenommen, worüber wir in einer interfraktionellen Runde erst gestern informiert wurden. Gerade in kritischen Zeiten wie jetzt erwarten wir als CDU-Fraktion deutlich mehr Zusammenarbeit, Zusammenhalt und Einsatz für die Menschen in unserer Stadt – so, wie er an vielen Stellen in der Stadt in vorbildlicher Weise auch täglich praktisch gelebt wird. Der Bürgermeister kommt seiner Verantwortung für die Salzuflerinnen und Salzufler in keiner Weise nach.

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